Massive Bedrohung einheimischer Bienen durch die Asiatische Hornisse
Während bisher die vor vielen Jahren eingeschleppter Varroamilbe als die grösste Bedrohung für einheimische Honigbienen galt, verbreitet sich seit kurzem ein neuer Schädling rasant schnell; die Asiatische Hornisse.
2004 wurde in Frankreich die erste Königin dieser in Südostasien beheimateten Hornissenart nachgewiesen. Seitdem hat sie sich in weiten Teilen Europas ausgebreitet. 20 Jahre klingen nach einer langen Zeit, aus Sicht der Asiatischen Hornisse ist die Einwanderung und Ausbreitung in Europa jedoch eine wahre Erfolgsgeschichte, die immer schneller voranschreitet. Dies vor allem aufgrund der Tatsache, dass sie in Europa keine natürlichen Feinde hat. Seit 2016 gilt die Asiatische Hornisse europaweit als invasive Art.
Gefahr für Biodiversität und Ökosysteme
Die Asiatische Hornisse jagt Insekten wie Honigbienen, aber ebenso Zweiflügler (diverse Fliegenarten) und andere Faltenwespen, wie die Gemeine Wespe, um ihre Larven zu ernähren. Als invasives Insekt bedroht die Asiatische Hornisse durch die intensive und effiziente Insektenjagd ganze Ökosysteme. Besonders durch solche Hornissenangriffe und Krankheitsbefall bedroht sind geschwächte Bienenvölker. Die Asiatische Hornisse kann Bienenstöcke im Extremfall vernichten und seltene einheimische Wildbienen ausrotten. Damit schmälert sie die Pflanzenbestäubung.
Laut Zeitungsberichten gerieten im September/Oktober 2024 einige Völker von Asiatischen Hornissen in einen richten Fressrausch (siehe auch in der Rubrik "News"). Ein Waadtländer Imker verlor innerhalb von rund drei Tagen seine 45 Völker mit gesamthaft etwa drei Millionen Bienen, wie 20 Minuten berichtete.
Im Laufe des Jahres 2024 wurden in der Schweiz landesweit über 650 Nester gefunden, im November zum ersten Mal auch in unserem Nachbarsdorf Fällanden. Aufgrund der beängstigenden Ausbreitungsgeschwindigkeit, ist zu befürchten, dass im 2025 mehrere tausend Nester entdeckt werden.
Aufgrund des wärmer gewordenen Klimas tauchen Asiatische Hornissen schon früh im Jahr auf und überleben bis in den Winter hinein. So wurden im Kanton Waadt bereits Mitte Februar 2024 eine erste Asiatische Hornisse in unmittelbarer Nähe einiger Bienenvölker gesichtet. Dies lässt befürchten, dass die Klimaerwärmung die Verbreitung der Asiatischen Hornissen noch schneller begünstigt.
Gegenüber Menschen verhält sich die Asiatische Hornisse friedlich und verteidigt sich nur, um Ihre Nester zu schützen, ähnlich wie auch die, fälschlicherweise oft als aggressiv eingestufte, einheimische Hornisse. Für den Menschen ist der Stich einer Asiatischen Hornisse nicht gefährlicher als ein Bienenstich.
Helft uns die Verbreitung zu bremsen
Die Asiatische Hornisse ist eine massive Bedrohung unserer Flora und Fauna, da sie Jagd auf unsere Bestäuber macht und im Extremfall einzelne Arten ausrotten könnte.
Zurzeit ist das Vernichten ihrer Nester die wirksamste Methode um die Ausbreitung des Schädlings einzudämmen.
Damit rasch gehandelt werden kann, ist ein rasches Melden von Verdachtsfällen mit Foto oder Video über die Internetseite www.asiatischehornisse.ch wichtig.
Weitere Informationen und Dokumente zum Thema findest du auf der Webseite von Bienen Schweiz.
Wie erkenne ich eine Asiatische Hornisse?
Vespa velutina nigrithorax, die in Europa eingeschleppte Unterart aus China, hat eine schwarze Grundfärbung und eine feine, aufrechte, schwarze oder braune Behaarung. Der Kopf ist schwarz mit einer orangen Stirnpartie. Die Antennen sind oberseits schwarz, auf der Unterseite rotbraun. Der Rumpfabschnitt und das erste Segment des Hinterleibs ist beinahe vollständig schwarz gefärbt. Die Beine sind in körpernähe schwarz und unten gelbbraun bis gelb aufgehellt. Am freien Hinterleib sind bei Ansicht von oben die ersten drei Elemente schwarz mit einer orange-gelben Spitze.